Typologie des Lernens

Gregory Bateson beschrieb 1964 in dem Aufsatz „Die logischen Kategorien von Lernen und Kommunikation“ in seinem Buch „Ökologie des Geistes“ die Anwendung von Russels logischer Typenlehre auf den Begriff des Lernens.

Er zeigte: wie es bei Mengen in der Mengenlehre eine Ordnung gibt, so hat sowohl ‚Kontext’ als auch ‚Lernen’ eine Ordnung. Es gibt somit auch ein Lernen zweiter Ordnung, was dem inzwischen berühmten Begriff ‚lernen zu lernen’ entspricht.

Lernen III

1971 fügte Bateson seinem Aufsatz das Kapitel „Lernen III“ hinzu. Lernen dritter Ordnung – ‚(lernen zu lernen) lernen’ – entspricht dem Lernen über sich selbst, der so genannten Transformation, dem Erkennen der eigenen Essenz.

Wir können diese Typologie als eine Orientierung beim Lernen über uns selbst verwenden, was sehr hilfreich ist.

Der Wirkstoff im Enneagramm

Wenn wir uns nun die Frage stellen, wie wir für uns Lernen III organisieren können, so hilft uns Gurdjieff, insbesondere mit dem Enneagramm (hier nicht als Persönlichkeitsmodell verwendet), weiter.

Es geht darum, eine wohlverstandene Reibung zu organisieren, eine Reibung, wie sie zum Beispiel entsteht, wenn wir versuchen, mit den Füssen einen anderen Rhythmus zu klopfen als mit den Händen.

Eine entsprechende Reibung kann dann als Wirkstoff verstanden werden, wenn sie im Einklang steht mit zwei Eigenschaften, die im Enneagramm beschrieben werden.

 

Lernstrategien

Um den Wirkstoff in der richtigen Weise anwenden zu können, ist es bedauerlicherweise notwendig, unsere normal üblichen Lernstrategien zu verändern.

Aspekte der normal üblichen Lernstrategien sind:

  • der Anspruch, beim Lernen von etwas Neuem es sofort zu können,
  • der Frust, Groll und Ärger über uns selbst, wenn wir es immer noch falsch machen
  • das Vermeiden von Fehlern
  • die Koppelung des eigenen Selbstwertes mit einer Leistung beim Lernen
  • Sätze wie „Wenn du so weitermacht, schaffst du das nie“, „Du singst falsch, hör auf“.

Im Gegensatz dazu stehen Lernstrategien,

  • die unserer System (beim Trommeln z.B. unser motorisches System) mit all seinen Eigenschaften verstehen und akzeptieren
  • die unserem System entsprechende Zeit und Aufmerksamkeit geben.

 

Lernen III – Anwendung

Beim Lernen III wenden wir Lernen auf einen Lernprozess an und wenden den Wirkstoff dabei an und lernen am Erlernen von etwas Neuem gleichzeitig Neues über uns selbst, Neues der dritten Ordnung.

Lernen III ist eine Ebene des Lernens, die in spirituellen Schulen angestrebt wird.

 

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